Gottesdienste

Seit Ende April 2020 hat unser Technik-Team begonnen, Gottesdienste auf Video aufzunehmen mit dem Ziel, diese Videos über das Internet allgemein zugänglich zu machen. Ausgelöst wurde dies durch die Einschränkungen für Gottesdienstbesucher zu Beginn der Coronakrise.

Zu den Video-Gottesdiensten:

Link zu den Video-Gottesdiensten


Zusätzlich besteht in den folgenden Artikeln die Möglichkeit, die Texte der Predigten nachzulesen.

Text der Predigt am Sonntag, den 11. Oktober

11.10.2020

PREDIGT zu den neuen Antependien am Abendmahlstisch und der Kanzel

Altar mit den Antependien, Pastor Klingel predigtLiebe Gemeinde,

ich will heute etwas Ungewöhnliches tun. Ich predige nicht über einen Bibeltext, sondern ich möchte Gedanken zu unseren neuen Antependien weitergeben. Manche denken jetzt vielleicht: Was ist denn das, Antependien? Naja, Antependium klingt hochtrabend, aber wenn man es aus dem Lateinischen übersetzt, so ist es ganz einfach ein Vorhang. Ante-vor, pendere-hängen. Es geht also um die Vorhänge an unserem Abendmahlstisch und an der Kanzel. Leider hatte ein Set unserer alten, über Jahrzehnte bewährten Antependien einen solchen Wasserschaden bekommen, dass ihn keine Reinigung mehr entfernen konnte. Und der Anblick der beschädigten Behänge hatte Anne-Katrin Krogmann lange Zeit richtig in der Seele wehgetan. Denn für sie sollte alles in einem Gotteshaus vom Schönsten sein. Und darum hat sie sich einfach hingesetzt und zu nähen angefangen. Eigentlich sollte es nur ein Entwurf werden, aber das Thema hat sie dann so gepackt, dass sie nicht mehr aufhören konnte zu nähen bis die Behänge fertig waren. Für sie war dieser Prozess so etwas wie eine Glaubenserfahrung gewesen. Sie konnte darin ausdrücken, was sie mit Gott erlebt.

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Text der Predigt am Sonntag, den 4. Oktober

04.10.2020

PREDIGT zu Jeremia 29, 1.4-7 / Monatsspruch Oktober V.7

1 Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte: 4 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: 5 Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; 6 nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. 7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.

Liebe Gemeinde,
im Jahr 1685 hob der französische König Ludwig der Vierzehnte das sogenannte Edikt von Nantes auf, das den Evangelischen Christen bis dahin in Frankreich Glaubensfreiheit zugesagt hatte.

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Text der Predigt am Sonntag, den 27. September

27.09.2020

PREDIGT zu Lukas 17, 11-19

11 Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch das Gebiet zwischen Samarien und Galiläa zog. 12 Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne 13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! 14 Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. 15 Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme 16 und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. 17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? 18 Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? 19 Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.

Liebe Gemeinde,
im Krieg wurde ein junger Mann mit einem völlig zerfetzten Gesicht zum Lazarettarzt gebracht. Der Chirurg machte sich sofort daran, das Gesicht wiederherzustellen. Allmählich entstand unter den geschickten Händen des Arztes das zerstörte Gesicht wieder. Dann kam die letzte Phase der Operation. Dem Patienten wurde der zweite Mundwinkel zugenäht. Am Ende richteten die Helfer den Verwundeten auf. Da er infolge der örtlichen Betäubung noch keine Schmerzen empfand, bat ihn der Arzt: "So, sagen sie mal was!". Der junge Mann bewegte ganz vorsichtig seine Lippen und artikulierte dann mit einem kleinen Lächeln: "Dankeschön!"

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Text der Predigt am Sonntag, den 20. September

20.09.2020

PREDIGT zu Genesis 2, 4b-9.15

4b Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. 5Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; 6aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. 7Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. 8Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. 9Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. 15Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

Liebe Gemeinde,
das ist doch ein absolut bewegender Moment am Anfang unseres Lebens: Die Hebamme hält das gerade Neugeborene in ihren Händen und gibt ihm einen leichten Klaps auf den Rücken. Und jetzt sollten sich seine Lungenflügel entfalten und das Baby seinen ersten Atemzug tun. Wehe, wenn der Atem ausbleibt, dann bekommt man Panik, denn es droht Lebensgefahr. Aber dann kommt der erste Schrei und das Baby begrüßt die Welt. Es atmet und ist bereit für den Weg ins Leben. Atem ist Leben.

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Text der Predigt am Sonntag, den 13. September

13.09.2020

PREDIGT zu Lukas 19, 1-10

1 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. 2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. 3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. 4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. 5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. 6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. 7 Da sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. 8 Zachäus aber trat herzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Liebe Gemeinde,

"der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." So bringt das Jesus auf den Punkt, was er uns durch diese Begegnung mit Zachäus zeigen will.
"...zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." Jesus sieht sich also schwerpunktmäßig für die Verlorenen zuständig. Aber wer sind diese Verlorenen? Diese Frage hat mich bei der Vorbereitung auf diese Predigt erst einmal beschäftigt. Was ist überhaupt mit diesem Begriff "Verlorensein" in der Bibel gemeint?

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Text der Predigt am Sonntag, den 6. September

06.09.2020

PREDIGT zu Apostelgeschichte 6, 1-7

1 In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. 2 Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und zu Tische dienen. 3 Darum, liebe Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu diesem Dienst. 4 Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. 5 Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Proselyten aus Antiochia. 6 Diese stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten ihnen die Hände auf. 7 Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.

Liebe Gemeinde,
sie waren ein Herz und eine Seele, so lautete die zentrale Beschreibung der ersten Gemeinde in Jerusalem, die wir eben in der Schriftlesung hörten (Apostelgeschichte 4, 32-35). Gott sei Dank ist das aber nicht alles, was uns über diese Gemeinde in der Bibel erzählt wird. Denn offensichtlich gab es da nicht nur Harmonie und Friede, Freude, Eierkuchen, sondern unser heutiger Predigttext erzählt uns davon, dass es da auch die andere Seite gab, dass da auch ernsthafte Probleme und Spannungen auftauchten, die zu bewältigen waren.

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Text der Predigt am Sonntag, den 9. August

09.08.2020

PREDIGT zu Jeremia 1, 4-10

4 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. 6 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. 7 Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. 8 Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. 9 Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. 10 Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

Liebe Gemeinde,
da steht der kleine Junge auf dem Startblock des großen Schwimmbeckens und zittert. Vom Wasser aus ruft ihm die Mama zu: "Spring doch, Max, du schaffst das!" Aber der Junge springt nicht. Er zittert noch mehr. Macht einen zweiten Versuch und rudert wild mit den Armen, aber springt wieder nicht.

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Text der Predigt am Sonntag, den 2. August

02.08.2020

PREDIGT zu Johannes 9, 1-7

1 Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. 2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? 3 Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. 4 Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 6 Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden 7 und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

Liebe Gemeinde,

diese Heilungsgeschichte hat mich schon immer sehr beschäftigt, weil es darin ja nicht nur um die Heilung eines Menschen geht, sondern auch um die Warum-Frage. Warum hat dieser arme Mensch dieses fürchterliche Los zu tragen gehabt, von Geburt an blind zu sein? Die Jünger stellten diese Frage Jesus, ihrem Rabbi und Lehrer und sie wollten wohl darüber eine spannende theologische Diskussion führen. Für den Blindgeborenen war das aber keineswegs eine nette Diskussionsfrage gewesen, sondern das existenzielle Thema seines Lebens. Die Frage nach dem Warum, Woher und Wozu seiner Behinderung und seines leidvollen Lebens. Ich glaube, dass diese Frage irgendwo alle Menschen beschäftigt und es ist außerordentlich wichtig zu verstehen, welche Antworten Jesus diesem Blindgeborenen gegeben hat.

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Text der Predigt am Sonntag, den 26. Juli

26.07.2020


PREDIGT zu Hebräer 13, 1-3

1 Bleibt fest in der brüderlichen Liebe. 2 Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. 3 Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Misshandelten, weil auch ihr noch im Leibe lebt.


Liebe Gemeinde,

darf ich am Anfang ein wenig jammern und klagen?
Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Aber mir macht diese Corona-Zeit mit ihren einschneidenden Lebensveränderungen auf die Dauer immer mehr zu schaffen. Mir fehlen einfach die vielen sozialen Kontakte von früher und die ganz normalen Begegnungen. Am Anfang konnte ich ja diesem Rückzug auf meine eigenen vier Wände noch etwas Gutes abgewinnen. Eine Chance zur Einkehr und Besinnung, schrieb ich in einer Andacht. Aber nach ein, zwei Monaten hätte es damit ja auch wieder gut sein können.

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Text der Predigt am Sonntag, den 19. Juli

19.07.2020


PREDIGT zu 5. Mose 7, 6-9

6 Denn du (Israel) bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. 7 Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, 8 sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der HERR euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. 9 So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.


Liebe Gemeinde,
um die Erwählung geht es heute.

Es sind einige Väter oder Mütter heute unter uns. Stellt euch mal vor, ihr hättet von einem Meinungsumfrageinstitut einen Fragebogen zugesandt bekommen, als eure Kinder im Schulalter waren. Und in diesem Fragebogen müsstet ihr nun verschiedene Möglichkeiten ankreuzen, warum ihr euer Kind liebt. Also: Ich liebe meine Kind weil... steht dick oben drüber.

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Text der Predigt am Sonntag, den 12. Juli

12.07.2020

PREDIGT zu Lukas 5, 1-11

1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. 2 Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8 Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Liebe Gemeinde,
es war mal wieder so ein Tag gewesen, an dem man am besten im Bett liegen geblieben wäre. Eine Gruppe von Fischern stand am Strand vom See Genezareth herum und flickte die Netze. Der Frust stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Mitten in der Nacht waren sie aufgestanden, raus auf den See gerudert und hatten ihre Netze ausgeworfen. Einmal, zweimal, dreimal. Wieder und immer wieder, aber sie förderten nur Wasserpflanzen und Schlamm zu Tage. Verwertbare Fische waren Fehlanzeige.

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Text der Predigt am Sonntag, den 5. Juli

05.07.2020

PREDIGT zu Genesis 50, 15-21

Liebe Gemeinde,
immer wieder habe ich im Umfeld des Sterbens eines Menschen erlebt, dass die Frage von Schuld und Vergebung ein wichtiges Thema ist. An manchem Sterbebett wird noch einmal ganz ehrlich über Dinge gesprochen, die in der Vergangenheit falsch gelaufen sind. Es sind manchmal Dinge, die schon längst verziehen worden sind, aber im Angesicht des Todes passiert manchmal so etwas wie ein Wiederauferstehen alter Schuld. Dies ist, glaube ich, auch das heimliche Thema des für heute vorgeschlagenen Bibeltextes aus dem Alten Testament. Es geht um eine bewegende Szene aus dem Leben des jüdischen Stammvaters Josef. Bevor ich sie lese, muss ich aber zunächst einmal grob seinen Werdegang nacherzählen und was zu dieser Szene führte.

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Text der Predigt am Sonntag, den 28. Juni

27.06.2020

PREDIGT zu Micha 7, 18-19

"Wo ist ein Gott wie du, Herr? Du vergibst denen, die von deinem Volk übriggeblieben sind und verzeihst ihnen ihre Schuld. Du bleibst nicht für immer zornig, sondern lässt Gnade vor Recht ergehen, daran hast du Gefallen! Ja, der Herr wird wieder Erbarmen mit uns haben und unsere Schuld unter seinen Füßen zertreten. Unsere Sünden wirft er ins tiefste Meer." (HfA)


Liebe Gemeinde,
der größte Liebesdienst, zu dem Menschen fähig sind, ist zu verzeihen. Vielleicht ist es so, dass ein ganz großer Teil unserer Menschenwürde darin liegt, dass wir verzeihen können. Nichts adelt auf jeden Fall einen Menschen mehr, als dass er dazu fähig ist, seine Hand zur Vergebung auszustrecken. Das zeigt wahre innere Größe. Und ich bewundere solche Menschen, die es immer wieder schaffen, zu verzeihen statt aufzurechnen und heimzuzahlen.

Allerdings möchte ich in dieser Predigt nicht der Versuchung erliegen, dass ich uns jetzt großartige Beispiele erzähle von vorbildhaften Menschen ...

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Text der Predigt zum Sonntag Trinitatis am 7. Juni

07.06.2020

Liebe Gemeinde, ich spreche heute über die Dreieinigkeit Gottes.
Vorab ein kleine Geschichte:

Der große Kirchenvater Augustinus ging einmal - so wird erzählt - am Meer spazieren. Und er sann bei seinem Spaziergang über das Geheimnis der Trinität Gottes nach. Da bemerkte er ein Kind, das mit seinem Eimerchen immer wieder zum Wasser lief, es dort füllte und das Wasser dann in einen kleinen abgegrenzten Sandteich goss. "Was machst du denn da?" fragte Augustinus. "Ich? Ich möchte das Meer in meinen Teich schöpfen!" Der große Gelehrte des Christentums musste lachen: "Das wird dir nie gelingen!" Da richtete sich das Kind auf und erwiderte: "Ich mache es nur wie du: auch du willst mit deinem kleinen Verstand das große Geheimnis des dreieinigen Gottes ausschöpfen."

Ja, so ist das mit dem Meer. Wir können es nicht leerschöpfen. Und wir können auch das Geheimnis Gottes nie mit unserem Nachdenken ganz erfassen.

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Text der Predigt zum Pfingstsonntag am 31. Mai

31.05.2020

Liebe Gemeinde, Pfingsten, bzw. das Geschenk des Heiligen Geistes hat für mich immer zwei Seiten:

Zum einen die eher laute und spektakuläre Seite. Wir hören aus der Pfingsterzählung, dass der Heilige Geist vor 2000 Jahren wie ein gewaltiger Sturm den Versammlungsort der Jünger erfüllt hatte und sich wie Feuerzungen auf jeden von ihnen niederließ. Oder wir hören von den eindrucksvollen Folgen der Predigt dann des Apostel Petrus. Es heißt, dass damals 3000 Menschen zum Glauben kamen und sich taufen ließen. Das sind schon ziemlich spektakuläre Dinge.

Aber es gibt auch die ganz andere Seite vom Wirken des Geistes Gottes. Und über die möchte ich gerne heute morgen sprechen.

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Text der Predigt zum Sonntag Exaudi am 24. Mai

24.05.2020

Mich erstaunen immer wieder Umfragen darüber, was unsere Zeitgenossen noch über die Inhalte der christlichen Feiertage wissen. Da gibt es bei Weihnachten noch eine relativ hohe Trefferquote - obwohl die inzwischen auch schon ganz schön bröckelt. Bei Ostern und der Auferstehung Jesu wird das Wissen dann aber schon beträchtlich dünner und bei Pfingsten, da hört es fast auf. Doch die Spitze der Unkenntnis finden wir wohl in Bezug auf das Himmelfahrtsfest, das wir am vergangenen Donnerstag feierten. Selbst viele praktizierende Christen werden wohl recht wenig mit dem Inhalt dieses Festes anfangen können.

Dabei ist doch die Himmelfahrt Jesu sogar ausdrücklicher Bestandteil unseres Glaubensbekenntnisses, wo es heißt: "aufgefahren in den Himmel". Aber was um alles in der Welt ist damit gemeint? Welche Bedeutung soll dieser Artikel für unseren Glauben haben? Ja, noch mehr, welche Bedeutung hat die Himmelfahrt Jesu für mich, Clemens Klingel?

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Text der Predigt zum Sonntag Rogate am 17. Mai

19.05.2020

Matthäus 6, 5-15

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.
9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.
15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Liebe Gemeinde,

das ist ein wahrlich langer Predigttext mit unglaublich viel Inhalt. Und man könnte eigentlich 10 Predigten darüber halten, schon allein über das Vaterunser, das Jesus uns als Mustergebet geschenkt hat.

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Text der Gottesdienstaufnahme für den
Sonntag Kantate am 10. Mai

10.05.2020

"Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder." Psalm 98,1

Heute ist der Sonntag Kantate. Singet dem Herrn ein neues Lied ist das Motto dieses Gottesdienstes im Kirchenjahr. Was ist dieses neue Lied? Geht es hier vor allem um die Erneuerung unserer Musikrichtungen und Musikstile? Nein, es geht um die Herzenshaltung, mit der wir singen. Die soll neu werden, indem wir uns beim Singen und Beten voller Hoffnung öffnen für den Gott, der Wunder tut. Öffnen für den Gott, der seine Liebe eindeutig klar gemacht hat in Jesus Christus.

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TEXT der Gottesdienstaufnahme für Sonntag, den 3. Mai

03.05.2020

Für alle, die die Gottesdienstaufnahme online nicht sehen können, hier der Text von Lesungen, Predigt und Gebeten

"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung.
Das Alte ist vergangenen, siehe Neues ist geworden."
2. Korinther 5,17

Heute ist der Sonntag Jubilate. Jubel ist angesagt - über was?
Über die Veränderung, die Gott in uns Menschen bewirkt. In der alten Kirche wurden die Menschen am ersten Sonntag nach Ostern getauft. Wie die neugeborenen Kindelein heißt deshalb dieser Sonntag. Doch Christen entwickeln sich auch weiter, vom Baby im Glauben zu reifen Nachfolgern Jesu Christi. Am 3. Sonntag nach Ostern geht es um diesen Veränderungsprozess, den Gott in uns bewirken möchte, eine Neuschöpfung unseres Lebens.

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TEXT der Gottesdienstaufnahme für Sonntag, den 26. April

25.04.2020

Auf unserer Homepage www.emkneu.de kann ab Sonntagmorgen die Gottesdienstaufnahme angeschaut werden, die wir für den 26. April vorbereitet haben. Für alle, die keinen Zugang zum Internet haben, hier der gedruckte Text. Wie immer verabreden wir uns für die Zeit um 11.00 Uhr zum gemeinsamen Gebet.
Bitte achten Sie auf die wichtige Information im Text, dass Gott, der Herr über Leben und Tod, am 23. April  Walter Kunstmann heimgerufen hat.

"Jesus Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;
und ich gebe ihnen das ewige Leben."
Johannes 10, 11a. 27-28a

Herzlichen willkommen zu diesem Gottesdienst. Wir können ihn nicht als körperlich Anwesende in diesem Raum feiern. Aber Sie, die Sie zuschauen oder auch lesen, sind dennoch über Raum und Zeit hinweg durch unseren Herrn Jesus Christus miteinander verbunden, der gesagt hat: "Wo zwei oder drei im meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen."

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"...damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird"
Johannes 9, Vers 3

22.04.2020

Immer wieder begegnet mir, dass Menschen in dieser Corona-Zeit nach dem Wie und Warum dieser Krise fragen. Manche suchen Schuldige; andere sehen die Globalisierung wieder kritisch; einige sehen gar Gottes strafendes Gerichts-Handeln darin.

Auch Jesus wurde einmal nach der Deutung einer „Krise“ gefragt:

„Im Vorbeigehen sah Jesus einen Mann, der von Geburt blind war. Die Jünger fragten Jesus: »Rabbi, wer ist schuld, dass er blind geboren wurde? Wer hat hier gesündigt, er selbst oder seine Eltern?« Jesus antwortete: »Weder er ist schuld noch seine Eltern. Er ist blind, damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird.“ (Johannes 9, 1-3)

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Gedanken zu den letzten Lebensstunden Jesu

08.04.2020

Es wird kein öffentlicher Gottesdienst an Karfreitag stattfinden. Vielleicht können wir stattdessen die stille Zeit zuhause nutzen, um einen Passionsbericht der Bibel mal am Stück zu lesen (Ich lese: Lukas 22+23, man kann aber auch Markus 14+15, Matthäus 26+27 oder Johannes 18+19 lesen). Hier möchte ich ein paar Gedanken darüber weitergeben, was mir beim Studium der letzten Lebensstunden Jesu wichtig geworden ist.

"Dein Leben redet so laut, dass ich deine Worte nicht mehr hören kann!" Das sagte jemand zu dem einflussreichen Prediger, der zuhause seine Familie tyrannisierte und jede kritische Stimme in seiner Gemeinde mit fiesen Mitteln zum Verstummen brachte.

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Gedanken zu 1. Petrus 5, 5

03.04.2020

"Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er seine Gnade"
1. Petrus 5, 5

Ich glaube, als Weltgemeinschaft lernen wir gerade Demut. Ein kleines Virus hat unseren Glauben an das unbeschränkt Machbare zutiefst erschüttert. Wir spüren, wie verletzlich und zerbrechlich so vieles ist, was wir bisher als unerschütterlich und unantastbar gehalten haben. Wir dachten, wir hätten alles im Griff und es wird immer so weiter laufen. Immer höher, immer schneller, immer weiter. Immer effektiver, immer gesünder, immer leistungsfähiger.

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Gedanken zu Jesaja 30, 15

19.03.2020

"Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein." Jesaja 30, 15

Es fühlt sich an wie ein Vollbremsung mitten auf der Autobahn. Plötzlich steht alles still. Das Coronavirus hat unser Leben innerhalb weniger Wochen komplett verändert. Unser "Schneller-höher-weiter" ist abrupt beendet worden. Die Bänder stehen inzwischen still, die Parties sind abgesagt, die Schulen geschlossen, unser ganzes gesellschaftliches Leben kommt zum Stillstand. Ich sitze allein zuhause und bekomme verordnet, alle sozialen Kontakt zu meiden. Und plötzlich ist es still.

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