Gottesdienste

Seit Ende April 2020 hat unser Technik-Team begonnen, Gottesdienste auf Video aufzunehmen mit dem Ziel, diese Videos über das Internet allgemein zugänglich zu machen. Ausgelöst wurde dies durch die Einschränkungen für Gottesdienstbesucher zu Beginn der Coronakrise.

Zu den Video-Gottesdiensten:

Link zu den Video-Gottesdiensten

Technischer Hinweis: Für Interessierte, welche ebenfalls Videoaufnahmen der Gottesdienste in ihrer Gemeinde planen, stellen wir das technische Konzept für die Filmaufnahmen in unserer Gemeinde als Anregung zur Verfügung:   Download der Unterlagen

In den folgenden Artikeln besteht die Möglichkeit, die Texte der Predigten nachzulesen.

Text der Predigt am 18. April 2021

Predigt "Die Wunden Jesu"

Johannes 20, 24-29
24 Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich's nicht glauben. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Liebe Gemeinde,

ich habe ja schon einige Male über diesen Bibeltext gepredigt. Doch ist mir dieses Jahr beim Lesen der Osterevangelien ein Aspekt in dieser Begegnung aufgefallen, der mir noch nie so aufgefallen ist und den ich heute aus diesem Bibelabschnitt herausgreifen möchte.

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Text der Predigt zum Ostersonntag am 4. April 2021

Predigt zu Ostern

Liebe Gemeinde,

ein winziges Virus hat die ganze Welt durcheinandergebracht. Als ich im Januar vergangenen Jahres zum ersten Mal von diesem seltsamen Infektionsgeschehen in China hörte, da war das für mich nur so eine Notiz am Rande gewesen. Doch dann trat dieses Corona-Virus seinen Eroberungsfeldzug um die ganze Welt an. Eine erste große Infektionswelle hielt uns bald in Atem. Die Bilder von Bergamo oder New York bleiben mir im Gedächtnis. Lockdown auch bei uns in der Gemeinde, kein Ostergottesdienst, die Gruppentreffen fallen aus. Abrupter Stillstand. Aber das alles geschah damals immer noch in der Hoffnung, dass wir das Ganze bis Sommer irgendwie in Griff bekommen. Die zweite Welle im Herbst lehrte uns etwas Anderes. Wieder Lockdown, wieder Stillstand, selbst an Weihnachten. Doch der neu entdeckte Impfstoff tröstete uns mit der Hoffnung, dass dann wenigstens an Ostern wieder alles einigermaßen normal sein wird. Pustekuchen. Wir befinden uns mittendrin in einer dritten Welle und sehen kein Ende. Ein winzigkleines Virus hat die ganze Welt durcheinander gebracht.

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Text der Predigt zum Karfreitag am 2. April 2021

Predigt zu Karfreitag

Liebe Gemeinde,

nun werden wir gleich in die Geschichte von Jesu Leiden und Sterben hinein genommen werden. Ich werde uns aus der Passionsgeschichte des Lukasevangeliums lesen. Wir werden gleich davon hören, wie Jesus verraten, verlassen und verklagt wird. Und sie werden ihn foltern und an einem Kreuz zu Tode quälen.

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Text der Predigt am 21. März 2021

Predigt zu Lukas 21, 1-4

1 Jesus blickte aber auf und sah, wie die Reichen ihre Gaben in den Gotteskasten einlegten. 2 Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein. 3 Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als sie alle eingelegt. 4 Denn diese alle haben etwas von ihrem Überfluss zu den Gaben eingelegt; sie aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum Leben hatte.

Da ist dieser Mann, der an einer chronischen Krankheit leidet, die ihm jede Bewegung immer schwerer macht. Trotzdem räumt er für die gehbehinderte Dame aus der Nachbarschaft den Schnee weg - frühmorgens, ganz selbstverständlich, ohne ein Wort darüber zu verlieren.

Oder da ist diese Kassiererin im Discounter. Die Schlange an ihrer Kasse wird immer länger. Umständlich sucht der zittrige alte Mann das Kleingeld aus seinem Portemonnaie. Schon schimpfen die Kunden hinter ihm. Dennoch bleibt die Kassiererin freundlich, hilft dem alten Mann die paar Sachen in den Rollator zu räumen und gibt ihm dann noch ein wertschätzendes Wort mit auf den Weg.

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Text der Predigt am 14. März 2021

Predigt zu Johannes 12, 24

"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht."

Dieses Bibelwort nimmt uns vom Zusammenhang her in die letzte Lebensphase Jesu hinein. Jesus hatte sich bewusst dazu entschieden, den Weg nach Jerusalem zu gehen und ihm war bewusst, was ihn dort erwarten würde. Jesus wusste, dass seine Botschaft dort auf heftigen Widerstand stoßen würde und er sah den Leidensweg auf sich zukommen, der schließlich am Kreuz enden würde. Kurz vor unserem Bibelvers wurde Jesus zwar noch in Jerusalem auf einem Esel reitend mit einem jubelnden Hosianna empfangen. Aber dieses Hosianna würde bald in ein "Kreuziget ihn" umschlagen.

Ich frage mich immer wieder: Was hat das wohl für Jesus bedeutet, dass er diesen Leidensweg einerseits so klar vor sich gesehen hat und ihn andrerseits trotzdem so entschieden gegangen ist?

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Text der Predigt am 7. März 2021

Predigt zu Epheser 5, 1.2.8.9
1 So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder 2 und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts aber ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Liebe Gemeinde,

es ist mir zu einer lieben Gewohnheit geworden, abends vor dem Schlafengehen noch eine Runde spazieren zu gehen. Dabei führt mich mein Weg in die Wallauer Felder. Ich liebe es, durch die Nacht zu laufen und in den Nachthimmel zu schauen. Und wenn man das praktisch jeden Tag macht, wird einem bewusst, dass Nacht nicht gleich Nacht und Dunkelheit nicht gleich Dunkelheit ist. In manchen klaren Vollmondnächten ist es draußen auf den Feldern fast so hell wie tagsüber an einem ganz trüben Novembertag. Und in manchen Nächten kann man wiederum fast die Hand nicht vor den Augen sehen. Jede Nacht hat eigentlich ihren eigenen Grad der Dunkelheit.

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Text der Predigt am 28. Februar 2021

Predigt zu Jesjaja 5, 1-7

Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg 1 Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. 2 Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte. 3 Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! 4 Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte? 5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahl gefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. 6 Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen. 7 Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

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Text der Predigt am 21. Februar 2021

Predigt zu Lukas 4, 1-13 "Jesus Christus - wahrer Mensch und wahrer Gott"

1 Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan. Und er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt 2 vierzig Tage lang und von dem Teufel versucht. Und er aß nichts in diesen Tagen, und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn. 3 Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde. 4 Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.«

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Text der Predigt am 14. Februar 2021

Predigt "Gottesdienst - endlich live! " 14. Februar 2021

Liebe Gemeinde,

endlich! Endlich dürfen wir hier wieder zum Gottesdienst zusammenkommen. Mir hat das so sehr gefehlt! Ich habe gerne einige Wochen vor einem Mikro und einer Kamera gepredigt. Es gab ja keine andere Möglichkeit, die Gemeinde zu erreichen. Aber das ist nun etwas komplett anderes, wenn wir hier in echt zusammen kommen und Gottesdienst feiern. Ich sehe die Gemeinde vor mir, kann in die Augen schauen, wir haben uns eben einander zugewinkt, wir spüren die Atmosphäre im Raum, wir nehmen uns wahr und freuen uns über unsere Anwesenheit. Klar, da ist ziemlich viel Abstand zwischen uns, die Maske stört, es ist wegen des Lüftens kalt, wir dürfen nicht singen und wir müssen drinnen und draußen Distanz wahren. Aber wir sind da, körperlich anwesend, und wir feiern Gottesdienst. Was für eine Wohltat!

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Text der Predigt am 7. Februar 2021

Predigt zu Jesaja 55, 8-11

8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. 10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.

Liebe Gemeinde,

wie viel sind eigentlich unsere Worte wert? Kann man sich auf ein Versprechen verlassen, das ich gegeben habe? Ist mein Ja immer ein Ja und mein Nein ein Nein? Oder habe ich auch schon andere enttäuscht, weil ich mich nicht an eine Zusage gehalten habe?

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Text der Predigt am 31. Januar 2021

Predigt zu 2. Petrus 1, 16-19 (HfA)

16 Wir haben doch nicht irgendwelche Fabeleien erfunden, als wir euch verkündeten, dass unser Herr Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit erscheinen wird. Mit unseren eigenen Augen haben wir seine herrliche Größe ja schon gesehen. 17-18 Gott, der Vater, hat ihm diese Ehre und Macht gegeben. Als Jesus mit uns auf dem heiligen Berg war, haben wir selber die Stimme Gottes, des Höchsten, gehört. Vom Himmel her sprach er: »Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich mich von Herzen freue.« 19 Umso fester verlassen wir uns jetzt auf das, was Gott durch seine Propheten zugesagt hat. Auch ihr tut gut daran, wenn ihr darauf hört. Denn Gottes Zusagen leuchten wie ein Licht in der Dunkelheit, bis der Tag anbricht und der aufgehende Morgenstern in eure Herzen scheint.

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Text der Predigt am 24. Januar 2021

Predigt zu Ruth 1, 1-16a

1-2 Zu der Zeit, als das Volk Israel von Richtern geführt wurde, brach im Land eine Hungersnot aus. Darum verließ ein Mann namens Elimelech aus der Sippe Efrat die Stadt Bethlehem in Juda, wo er gewohnt hatte. Er ging mit seiner Frau Noomi und seinen beiden Söhnen Machlon und Kiljon ins Land Moab und ließ sich dort nieder. 3 Doch dann starb Elimelech, und Noomi blieb mit ihren Söhnen allein zurück. 4 Die beiden heirateten zwei Frauen aus Moab, sie hießen Orpa und Ruth. Nach etwa zehn Jahren 5 starben auch Machlon und Kiljon. Nun hatte Noomi keinen Mann und keine Söhne mehr. 6-7 Bald darauf erfuhr sie, dass der HERR sich über sein Volk erbarmt und ihm wieder eine gute Ernte geschenkt hatte. Sofort brach sie auf, um in ihre Heimat Juda zurückzukehren. Ihre Schwiegertöchter begleiteten sie. 8 Unterwegs sagte Noomi zu ihnen: »Geht doch wieder zurück in euer Elternhaus, kehrt um! Möge der HERR euch so viel Liebe erweisen, wie ihr sie den Verstorbenen und mir entgegengebracht habt!

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Text der Predigt am 17. Januar 2021

PREDIGT zu Johannes 2, 1-11

1 Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6 Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. 7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. 9 Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

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Text der Predigt am 1. Weihnachtstag - 25. Dezember 2020

Leider war es Pastor Klingel nicht möglich gewesen, den Gottesdienst am 25.12. zu halten, hier aber nachträglich der Text seiner vorbereiteten Ansprache:

"Kein Abstand an der Krippe"

"Abstand halten", das ist eines der großen ungeliebten Schlagworte der letzten Zeit geworden. Überall werden wir ermahnt, Abstand zu halten, um ja dem fiesen Virus keine Chance zu geben. Wenn ich Gemeinde-Bilder aus den letzten Jahren betrachte, etwa von einer fröhlichen Überraschungskirche oder von einem vollen Gottesdienstraum, dann kann ich es kaum glauben, dass wir damals so engen Kontakt zueinander hatten. Fast will in mir Empörung aufkommen beim Anschauen dieser Bilder - "das darf man doch nicht!" - so sehr habe ich mich schon an das oberste Gebot unserer Zeit gewöhnt: "Abstand halten!"

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Text der Predigt am Heiligabend - 24. Dezember 2020

Leider war es Pastor Klingel nicht möglich gewesen, den Gottesdienst am 24.12. zu halten, hier aber nachträglich der Text seiner vorbereiteten Ansprache:

"Alles ist so anders..."

Ach, es ist dieses Jahr alles so anders an Weihnachten! Wie oft habe ich diesen Satz in den letzten Wochen gehört und auch selbst ausgesprochen. All diese schönen Dinge, die wir gewöhnlich mit der Advents- und Weihnachtszeit verbinden, sie fallen zum großen Teil der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Weihnachtsmärkte, das Singen der schönen Advents- und Weihnachtslieder, das Bummeln durch die geschmückten Fußgängerzonen, die Weihnachtsfeiern in den Vereinen und Betrieben, die schönen Krippenspiele, ja, und auch die vollen Kirchen an Heiligabend, das "O du fröhliche" aus hunderten von Kehlen am Schluss des Gottesdienstes, und schließlich das große Zusammentreffen der Verwandtschaft an Weihnachten.

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Text der Predigt am Sonntag, den 20. Dezember

Liebe Gemeinde,

nun ist es nur noch eine kurze Zeit bis Heiligabend. Und ich bin mal ehrlich: bei mir zuhause sieht es kein Milligramm weihnachtlich aus. Kein Baum, keine Krippe, kein Schmuck, keine Kerzen... Und auch mit den Geschenken sieht es mau aus. Ich habe noch keine!
Ich konnte in diesem Jahr einfach keinen Zugang zu all diesen traditionellen Formen finden, die wir normalerweise mit dem Weihnachtsfest verbinden. Da war corona-bedingt wie so eine Blockade in mir. Dabei schlagen da zwei Seelen in meiner Brust. Einerseits plagt mich diesbezüglich ein fürchterlich schlechtes Gewissen und ich schäme mich für mein Verhalten. Andrerseits frage ich mich trotzig: Ist die Botschaft von Weihnachten wirklich abhängig von diesen äußeren Formen und Traditionen, die wir uns mit den Jahren angeeignet haben?

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Text der Predigt am Sonntag, den 6. Dezember

PREDIGT "Jüngstes Gericht"

Liebe Gemeinde,

Zukunftserwartung, Weltende, Jüngstes Gericht, neuer Himmel und neue Erde, das sind die Stichworte, die die Inhalte des 2. Adventssonntags traditionellerweise prägen. Und ich will auch darauf in meiner Predigt eingehen. Heute predige ich allerdings nicht über einen Bibeltext, sondern ich möchte eher Grundsätzliches zu diesem Themenbereich sagen.

Dabei möchte ich mich erst einmal mit unserer Vorstellung vom Ablauf der Weltgeschichte beschäftigen. Ich meine damit nicht einzelne Ereignisse der Geschichte, sondern die Grundstruktur, wie wir uns den Ablauf der Weltgeschichte vorstellen. So wie ich das sehe, gibt es da zwei unterschiedliche Vorstellungsmodelle.

Das eine Modell geht davon aus, dass alles, was passiert, so in einer Art Kreisbewegung geschieht. Es gibt nichts Neues unter der Sonne, Geschichte wiederholt sich ständig in einer kreisenden Bewegung. Dabei verbessert sich manches, manches verschlechtert sich aber auch. Es geht mal aufwärts, dann wieder mal abwärts. Und das war schon immer so, und das wird auch immer so bleiben - in alle Ewigkeit wird sich die Geschichte in dieser Art weiterdrehen.

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Text der Predigt am Sonntag, den 29. November

PREDIGT zu Sacharja 9, 9-10

9 Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10 Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

Liebe Gemeinde,

da kommt sie angerollt, die Präsidentenkolonne: Vorneweg die Motorräder zum Absichern der Route: Dann die Mannschaftswagen der Polizei und dahinter die Autos der Security gefolgt von der schwer gepanzerten Großraumlimousine des Präsidenten. Scharfschützen überall auf den Hausdächern. Vor dem Palast wird der rote Teppich ausgerollt, gut abgeschirmt vom Volk.
So oder ähnlich ist es doch immer, wenn die Macht einzieht. So ist es doch immer, wenn Könige, Regierungspräsidenten, Kanzlerinnen, Machthaber ankommen und einziehen.

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Text der Predigt am Sonntag, den 22. November

PREDIGT "Zur ewigen Ruhe finden"

Liebe Gemeinde,
"Hier ruht in Frieden Angelika Klingel geb. Muschiol" - das steht auf dem Grabkreuz meiner verstorbenen Frau. Mittlerweile ist es zur fast täglichen Routine von mir geworden, dass ich auf den Friedhof gehe und an Angelikas Grab stehe. Nicht, weil das der Ort meiner Trauer wäre und ich mich dort Angelika irgendwie näher fühlte. Ich will da ganz ehrlich sein. Die Gedanken an sie kommen mir eher an Orten, die wir konkret geteilt haben, oder es kann z.B. sein, dass bestimmte Gerüche mich plötzlich wieder an sie erinnern, oder Lieder oder Gegenstände, ja, überhaupt: ihr Haus, in dem ich wohne, atmet eigentlich an allen Ecken und Enden Erinnerungen an sie. Und der Friedhof ist dabei wohl am wenigsten der Ort meiner Trauer. Dass ich dort so häufig bin, hat eher grabpflegerische Gründe. In diesem heißen Sommer musste z.B. fast täglich gegossen werden und irgendwie war in letzter Zeit in mir der Ehrgeiz erwacht, die unaufhörlich herabfallenden Blätter zeitnah vom Grab zu entfernen. Ich mache das natürlich auch wegen der Blicke der Leute, die gerne bewerten, wie es um das Grab steht, aber ich mach´s auch, weil ich den Eindruck habe, dass das Angelika wichtig gewesen wäre. Ja, und so stehe ich also sehr häufig vor ihrem Grab und dann lese ich diese Inschrift "Hier ruht Angelika Klingel" und ich denke dabei jedes Mal: Das stimmt doch einfach nicht! Hier liegen vielleicht die Überreste ihres verstorbenen Körpers. Aber ich weigere mich zu denken, dass dieses Grab und ihre darin verwesende Hülle nun das sein soll, was von Angelikas Existenz übriggeblieben ist. Für mich ruht Angelika nicht auf dem Friedhof in Wallau, sondern in Gottes Händen. Punkt.

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Text der Predigt am Sonntag, den 15. November

PREDIGT "Der Segen des Sabbats - Teil II"

Liebe Gemeinde,
über den Segen des Sabbats habe ich schon vor zwei Wochen begonnen zu sprechen.

Letztes Mal betrachteten wir diese Verankerung des Sabbats im Grundrhythmus des Lebens. Gott hat diesen Wechsel von Arbeiten und Ruhen, von Anspannung und Entspannung, von Schaffenszeit und Sabbatruhe ganz tief in seiner Schöpfung verankert. Die Bibel führt uns auf den ersten Seiten vor Augen, dass Gott selbst am siebenten Schöpfungstag ruhte, sich gewissermaßen entspannt zurücklehnte und an allem Geschaffenen erst einmal freute. Der Sabbat lädt uns folglich ein, an dieser Freude Gottes an seiner Schöpfung teilzuhaben. Und er lädt uns ein, wie Gott einmal die Hände ruhen zu lassen und mit dem zufrieden zu sein, wie es ist.

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Text der Predigt am Sonntag, den 1. November

PREDIGT "Der Segen des Sabbats - Teil I"

Liebe Gemeinde,

über den Segen des Sabbats möchte ich heute sprechen. Letzten Sonntag ist mir dieses Thema für heute zwischen beiden Gottesdiensten klar geworden. In meiner Predigt hatte ich viel Hinterfragendes und Negatives über das Sabbatgebot gesagt. Schließlich sprach ich ja darüber, warum Jesus die Freiheit hatte, dieses Gebot zu brechen. Doch im Nachhinein dachte ich mir: Das kannst du so allein nicht stehen lassen. Denn das Sabbatgebot ist ja in Wirklichkeit etwas Wunderbares, das Gott uns zum gelingenden Leben geschenkt hat. Und Jesus selbst hat ja in dem Predigttext von letzter Woche betont, dass der Sabbat für den Menschen geschaffen ist, also uns zugute, nicht als Last, sondern als Freude. Und darum will ich heute über den Segen des Sabbats sprechen.

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Text der Predigt am Sonntag, den 25. Oktober

PREDIGT zu Markus 2, 23-28

Und es begab sich, dass Jesus am Sabbat durch die Kornfelder ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen. 24 Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist? 25 Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, da er Mangel hatte und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren: 26 wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren? 27 Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. 28 So ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Liebe Gemeinde,

über Sinn und Unsinn von Regeln haben wir in den letzten Corona-Monaten ganz schön viel diskutiert. Und ich glaube, wir haben dabei wirklich begriffen, wie wichtig gute Maßnahmen und Regeln sind, um dieser gemeinsamen Gefahr der Pandemie die Stirn bieten zu können.

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Text der Predigt am Sonntag, den 11. Oktober

11.10.2020

PREDIGT zu den neuen Antependien am Abendmahlstisch und der Kanzel

Altar mit den Antependien, Pastor Klingel predigtLiebe Gemeinde,

ich will heute etwas Ungewöhnliches tun. Ich predige nicht über einen Bibeltext, sondern ich möchte Gedanken zu unseren neuen Antependien weitergeben. Manche denken jetzt vielleicht: Was ist denn das, Antependien? Naja, Antependium klingt hochtrabend, aber wenn man es aus dem Lateinischen übersetzt, so ist es ganz einfach ein Vorhang. Ante-vor, pendere-hängen. Es geht also um die Vorhänge an unserem Abendmahlstisch und an der Kanzel. Leider hatte ein Set unserer alten, über Jahrzehnte bewährten Antependien einen solchen Wasserschaden bekommen, dass ihn keine Reinigung mehr entfernen konnte. Und der Anblick der beschädigten Behänge hatte Anne-Katrin Krogmann lange Zeit richtig in der Seele wehgetan. Denn für sie sollte alles in einem Gotteshaus vom Schönsten sein. Und darum hat sie sich einfach hingesetzt und zu nähen angefangen. Eigentlich sollte es nur ein Entwurf werden, aber das Thema hat sie dann so gepackt, dass sie nicht mehr aufhören konnte zu nähen bis die Behänge fertig waren. Für sie war dieser Prozess so etwas wie eine Glaubenserfahrung gewesen. Sie konnte darin ausdrücken, was sie mit Gott erlebt.

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Text der Predigt am Sonntag, den 4. Oktober

04.10.2020

PREDIGT zu Jeremia 29, 1.4-7 / Monatsspruch Oktober V.7

1 Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte: 4 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: 5 Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; 6 nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. 7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.

Liebe Gemeinde,
im Jahr 1685 hob der französische König Ludwig der Vierzehnte das sogenannte Edikt von Nantes auf, das den Evangelischen Christen bis dahin in Frankreich Glaubensfreiheit zugesagt hatte.

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Text der Predigt am Sonntag, den 27. September

27.09.2020

PREDIGT zu Lukas 17, 11-19

11 Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch das Gebiet zwischen Samarien und Galiläa zog. 12 Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne 13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! 14 Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. 15 Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme 16 und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. 17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? 18 Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? 19 Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.

Liebe Gemeinde,
im Krieg wurde ein junger Mann mit einem völlig zerfetzten Gesicht zum Lazarettarzt gebracht. Der Chirurg machte sich sofort daran, das Gesicht wiederherzustellen. Allmählich entstand unter den geschickten Händen des Arztes das zerstörte Gesicht wieder. Dann kam die letzte Phase der Operation. Dem Patienten wurde der zweite Mundwinkel zugenäht. Am Ende richteten die Helfer den Verwundeten auf. Da er infolge der örtlichen Betäubung noch keine Schmerzen empfand, bat ihn der Arzt: "So, sagen sie mal was!". Der junge Mann bewegte ganz vorsichtig seine Lippen und artikulierte dann mit einem kleinen Lächeln: "Dankeschön!"

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Text der Predigt am Sonntag, den 20. September

20.09.2020

PREDIGT zu Genesis 2, 4b-9.15

4b Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. 5Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; 6aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. 7Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. 8Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. 9Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. 15Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

Liebe Gemeinde,
das ist doch ein absolut bewegender Moment am Anfang unseres Lebens: Die Hebamme hält das gerade Neugeborene in ihren Händen und gibt ihm einen leichten Klaps auf den Rücken. Und jetzt sollten sich seine Lungenflügel entfalten und das Baby seinen ersten Atemzug tun. Wehe, wenn der Atem ausbleibt, dann bekommt man Panik, denn es droht Lebensgefahr. Aber dann kommt der erste Schrei und das Baby begrüßt die Welt. Es atmet und ist bereit für den Weg ins Leben. Atem ist Leben.

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Text der Predigt am Sonntag, den 13. September

13.09.2020

PREDIGT zu Lukas 19, 1-10

1 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. 2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. 3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. 4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. 5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. 6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. 7 Da sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. 8 Zachäus aber trat herzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Liebe Gemeinde,

"der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." So bringt das Jesus auf den Punkt, was er uns durch diese Begegnung mit Zachäus zeigen will.
"...zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." Jesus sieht sich also schwerpunktmäßig für die Verlorenen zuständig. Aber wer sind diese Verlorenen? Diese Frage hat mich bei der Vorbereitung auf diese Predigt erst einmal beschäftigt. Was ist überhaupt mit diesem Begriff "Verlorensein" in der Bibel gemeint?

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Text der Predigt am Sonntag, den 6. September

06.09.2020

PREDIGT zu Apostelgeschichte 6, 1-7

1 In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. 2 Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und zu Tische dienen. 3 Darum, liebe Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu diesem Dienst. 4 Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. 5 Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Proselyten aus Antiochia. 6 Diese stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten ihnen die Hände auf. 7 Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.

Liebe Gemeinde,
sie waren ein Herz und eine Seele, so lautete die zentrale Beschreibung der ersten Gemeinde in Jerusalem, die wir eben in der Schriftlesung hörten (Apostelgeschichte 4, 32-35). Gott sei Dank ist das aber nicht alles, was uns über diese Gemeinde in der Bibel erzählt wird. Denn offensichtlich gab es da nicht nur Harmonie und Friede, Freude, Eierkuchen, sondern unser heutiger Predigttext erzählt uns davon, dass es da auch die andere Seite gab, dass da auch ernsthafte Probleme und Spannungen auftauchten, die zu bewältigen waren.

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Text der Predigt am Sonntag, den 9. August

09.08.2020

PREDIGT zu Jeremia 1, 4-10

4 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. 6 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. 7 Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. 8 Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. 9 Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. 10 Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

Liebe Gemeinde,
da steht der kleine Junge auf dem Startblock des großen Schwimmbeckens und zittert. Vom Wasser aus ruft ihm die Mama zu: "Spring doch, Max, du schaffst das!" Aber der Junge springt nicht. Er zittert noch mehr. Macht einen zweiten Versuch und rudert wild mit den Armen, aber springt wieder nicht.

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Text der Predigt am Sonntag, den 2. August

02.08.2020

PREDIGT zu Johannes 9, 1-7

1 Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. 2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? 3 Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. 4 Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 6 Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden 7 und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

Liebe Gemeinde,

diese Heilungsgeschichte hat mich schon immer sehr beschäftigt, weil es darin ja nicht nur um die Heilung eines Menschen geht, sondern auch um die Warum-Frage. Warum hat dieser arme Mensch dieses fürchterliche Los zu tragen gehabt, von Geburt an blind zu sein? Die Jünger stellten diese Frage Jesus, ihrem Rabbi und Lehrer und sie wollten wohl darüber eine spannende theologische Diskussion führen. Für den Blindgeborenen war das aber keineswegs eine nette Diskussionsfrage gewesen, sondern das existenzielle Thema seines Lebens. Die Frage nach dem Warum, Woher und Wozu seiner Behinderung und seines leidvollen Lebens. Ich glaube, dass diese Frage irgendwo alle Menschen beschäftigt und es ist außerordentlich wichtig zu verstehen, welche Antworten Jesus diesem Blindgeborenen gegeben hat.

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Text der Predigt am Sonntag, den 26. Juli

26.07.2020


PREDIGT zu Hebräer 13, 1-3

1 Bleibt fest in der brüderlichen Liebe. 2 Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. 3 Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Misshandelten, weil auch ihr noch im Leibe lebt.


Liebe Gemeinde,

darf ich am Anfang ein wenig jammern und klagen?
Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Aber mir macht diese Corona-Zeit mit ihren einschneidenden Lebensveränderungen auf die Dauer immer mehr zu schaffen. Mir fehlen einfach die vielen sozialen Kontakte von früher und die ganz normalen Begegnungen. Am Anfang konnte ich ja diesem Rückzug auf meine eigenen vier Wände noch etwas Gutes abgewinnen. Eine Chance zur Einkehr und Besinnung, schrieb ich in einer Andacht. Aber nach ein, zwei Monaten hätte es damit ja auch wieder gut sein können.

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Text der Predigt am Sonntag, den 19. Juli

19.07.2020


PREDIGT zu 5. Mose 7, 6-9

6 Denn du (Israel) bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. 7 Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, 8 sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der HERR euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. 9 So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.


Liebe Gemeinde,
um die Erwählung geht es heute.

Es sind einige Väter oder Mütter heute unter uns. Stellt euch mal vor, ihr hättet von einem Meinungsumfrageinstitut einen Fragebogen zugesandt bekommen, als eure Kinder im Schulalter waren. Und in diesem Fragebogen müsstet ihr nun verschiedene Möglichkeiten ankreuzen, warum ihr euer Kind liebt. Also: Ich liebe meine Kind weil... steht dick oben drüber.

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Text der Predigt am Sonntag, den 12. Juli

12.07.2020

PREDIGT zu Lukas 5, 1-11

1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. 2 Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8 Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Liebe Gemeinde,
es war mal wieder so ein Tag gewesen, an dem man am besten im Bett liegen geblieben wäre. Eine Gruppe von Fischern stand am Strand vom See Genezareth herum und flickte die Netze. Der Frust stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Mitten in der Nacht waren sie aufgestanden, raus auf den See gerudert und hatten ihre Netze ausgeworfen. Einmal, zweimal, dreimal. Wieder und immer wieder, aber sie förderten nur Wasserpflanzen und Schlamm zu Tage. Verwertbare Fische waren Fehlanzeige.

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Text der Predigt am Sonntag, den 5. Juli

05.07.2020

PREDIGT zu Genesis 50, 15-21

Liebe Gemeinde,
immer wieder habe ich im Umfeld des Sterbens eines Menschen erlebt, dass die Frage von Schuld und Vergebung ein wichtiges Thema ist. An manchem Sterbebett wird noch einmal ganz ehrlich über Dinge gesprochen, die in der Vergangenheit falsch gelaufen sind. Es sind manchmal Dinge, die schon längst verziehen worden sind, aber im Angesicht des Todes passiert manchmal so etwas wie ein Wiederauferstehen alter Schuld. Dies ist, glaube ich, auch das heimliche Thema des für heute vorgeschlagenen Bibeltextes aus dem Alten Testament. Es geht um eine bewegende Szene aus dem Leben des jüdischen Stammvaters Josef. Bevor ich sie lese, muss ich aber zunächst einmal grob seinen Werdegang nacherzählen und was zu dieser Szene führte.

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Text der Predigt am Sonntag, den 28. Juni

27.06.2020

PREDIGT zu Micha 7, 18-19

"Wo ist ein Gott wie du, Herr? Du vergibst denen, die von deinem Volk übriggeblieben sind und verzeihst ihnen ihre Schuld. Du bleibst nicht für immer zornig, sondern lässt Gnade vor Recht ergehen, daran hast du Gefallen! Ja, der Herr wird wieder Erbarmen mit uns haben und unsere Schuld unter seinen Füßen zertreten. Unsere Sünden wirft er ins tiefste Meer." (HfA)


Liebe Gemeinde,
der größte Liebesdienst, zu dem Menschen fähig sind, ist zu verzeihen. Vielleicht ist es so, dass ein ganz großer Teil unserer Menschenwürde darin liegt, dass wir verzeihen können. Nichts adelt auf jeden Fall einen Menschen mehr, als dass er dazu fähig ist, seine Hand zur Vergebung auszustrecken. Das zeigt wahre innere Größe. Und ich bewundere solche Menschen, die es immer wieder schaffen, zu verzeihen statt aufzurechnen und heimzuzahlen.

Allerdings möchte ich in dieser Predigt nicht der Versuchung erliegen, dass ich uns jetzt großartige Beispiele erzähle von vorbildhaften Menschen ...

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Text der Predigt zum Sonntag Trinitatis am 7. Juni

07.06.2020

Liebe Gemeinde, ich spreche heute über die Dreieinigkeit Gottes.
Vorab ein kleine Geschichte:

Der große Kirchenvater Augustinus ging einmal - so wird erzählt - am Meer spazieren. Und er sann bei seinem Spaziergang über das Geheimnis der Trinität Gottes nach. Da bemerkte er ein Kind, das mit seinem Eimerchen immer wieder zum Wasser lief, es dort füllte und das Wasser dann in einen kleinen abgegrenzten Sandteich goss. "Was machst du denn da?" fragte Augustinus. "Ich? Ich möchte das Meer in meinen Teich schöpfen!" Der große Gelehrte des Christentums musste lachen: "Das wird dir nie gelingen!" Da richtete sich das Kind auf und erwiderte: "Ich mache es nur wie du: auch du willst mit deinem kleinen Verstand das große Geheimnis des dreieinigen Gottes ausschöpfen."

Ja, so ist das mit dem Meer. Wir können es nicht leerschöpfen. Und wir können auch das Geheimnis Gottes nie mit unserem Nachdenken ganz erfassen.

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Text der Predigt zum Pfingstsonntag am 31. Mai

31.05.2020

Liebe Gemeinde, Pfingsten, bzw. das Geschenk des Heiligen Geistes hat für mich immer zwei Seiten:

Zum einen die eher laute und spektakuläre Seite. Wir hören aus der Pfingsterzählung, dass der Heilige Geist vor 2000 Jahren wie ein gewaltiger Sturm den Versammlungsort der Jünger erfüllt hatte und sich wie Feuerzungen auf jeden von ihnen niederließ. Oder wir hören von den eindrucksvollen Folgen der Predigt dann des Apostel Petrus. Es heißt, dass damals 3000 Menschen zum Glauben kamen und sich taufen ließen. Das sind schon ziemlich spektakuläre Dinge.

Aber es gibt auch die ganz andere Seite vom Wirken des Geistes Gottes. Und über die möchte ich gerne heute morgen sprechen.

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Text der Predigt zum Sonntag Exaudi am 24. Mai

24.05.2020

Mich erstaunen immer wieder Umfragen darüber, was unsere Zeitgenossen noch über die Inhalte der christlichen Feiertage wissen. Da gibt es bei Weihnachten noch eine relativ hohe Trefferquote - obwohl die inzwischen auch schon ganz schön bröckelt. Bei Ostern und der Auferstehung Jesu wird das Wissen dann aber schon beträchtlich dünner und bei Pfingsten, da hört es fast auf. Doch die Spitze der Unkenntnis finden wir wohl in Bezug auf das Himmelfahrtsfest, das wir am vergangenen Donnerstag feierten. Selbst viele praktizierende Christen werden wohl recht wenig mit dem Inhalt dieses Festes anfangen können.

Dabei ist doch die Himmelfahrt Jesu sogar ausdrücklicher Bestandteil unseres Glaubensbekenntnisses, wo es heißt: "aufgefahren in den Himmel". Aber was um alles in der Welt ist damit gemeint? Welche Bedeutung soll dieser Artikel für unseren Glauben haben? Ja, noch mehr, welche Bedeutung hat die Himmelfahrt Jesu für mich, Clemens Klingel?

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Text der Predigt zum Sonntag Rogate am 17. Mai

19.05.2020

Matthäus 6, 5-15

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.
9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.
15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Liebe Gemeinde,

das ist ein wahrlich langer Predigttext mit unglaublich viel Inhalt. Und man könnte eigentlich 10 Predigten darüber halten, schon allein über das Vaterunser, das Jesus uns als Mustergebet geschenkt hat.

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Text der Gottesdienstaufnahme für den
Sonntag Kantate am 10. Mai

10.05.2020

"Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder." Psalm 98,1

Heute ist der Sonntag Kantate. Singet dem Herrn ein neues Lied ist das Motto dieses Gottesdienstes im Kirchenjahr. Was ist dieses neue Lied? Geht es hier vor allem um die Erneuerung unserer Musikrichtungen und Musikstile? Nein, es geht um die Herzenshaltung, mit der wir singen. Die soll neu werden, indem wir uns beim Singen und Beten voller Hoffnung öffnen für den Gott, der Wunder tut. Öffnen für den Gott, der seine Liebe eindeutig klar gemacht hat in Jesus Christus.

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TEXT der Gottesdienstaufnahme für Sonntag, den 3. Mai

03.05.2020

Für alle, die die Gottesdienstaufnahme online nicht sehen können, hier der Text von Lesungen, Predigt und Gebeten

"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung.
Das Alte ist vergangenen, siehe Neues ist geworden."
2. Korinther 5,17

Heute ist der Sonntag Jubilate. Jubel ist angesagt - über was?
Über die Veränderung, die Gott in uns Menschen bewirkt. In der alten Kirche wurden die Menschen am ersten Sonntag nach Ostern getauft. Wie die neugeborenen Kindelein heißt deshalb dieser Sonntag. Doch Christen entwickeln sich auch weiter, vom Baby im Glauben zu reifen Nachfolgern Jesu Christi. Am 3. Sonntag nach Ostern geht es um diesen Veränderungsprozess, den Gott in uns bewirken möchte, eine Neuschöpfung unseres Lebens.

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TEXT der Gottesdienstaufnahme für Sonntag, den 26. April

25.04.2020

Auf unserer Homepage www.emkneu.de kann ab Sonntagmorgen die Gottesdienstaufnahme angeschaut werden, die wir für den 26. April vorbereitet haben. Für alle, die keinen Zugang zum Internet haben, hier der gedruckte Text. Wie immer verabreden wir uns für die Zeit um 11.00 Uhr zum gemeinsamen Gebet.
Bitte achten Sie auf die wichtige Information im Text, dass Gott, der Herr über Leben und Tod, am 23. April  Walter Kunstmann heimgerufen hat.

"Jesus Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;
und ich gebe ihnen das ewige Leben."
Johannes 10, 11a. 27-28a

Herzlichen willkommen zu diesem Gottesdienst. Wir können ihn nicht als körperlich Anwesende in diesem Raum feiern. Aber Sie, die Sie zuschauen oder auch lesen, sind dennoch über Raum und Zeit hinweg durch unseren Herrn Jesus Christus miteinander verbunden, der gesagt hat: "Wo zwei oder drei im meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen."

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"...damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird"
Johannes 9, Vers 3

22.04.2020

Immer wieder begegnet mir, dass Menschen in dieser Corona-Zeit nach dem Wie und Warum dieser Krise fragen. Manche suchen Schuldige; andere sehen die Globalisierung wieder kritisch; einige sehen gar Gottes strafendes Gerichts-Handeln darin.

Auch Jesus wurde einmal nach der Deutung einer „Krise“ gefragt:

„Im Vorbeigehen sah Jesus einen Mann, der von Geburt blind war. Die Jünger fragten Jesus: »Rabbi, wer ist schuld, dass er blind geboren wurde? Wer hat hier gesündigt, er selbst oder seine Eltern?« Jesus antwortete: »Weder er ist schuld noch seine Eltern. Er ist blind, damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird.“ (Johannes 9, 1-3)

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Gedanken zu den letzten Lebensstunden Jesu

08.04.2020

Es wird kein öffentlicher Gottesdienst an Karfreitag stattfinden. Vielleicht können wir stattdessen die stille Zeit zuhause nutzen, um einen Passionsbericht der Bibel mal am Stück zu lesen (Ich lese: Lukas 22+23, man kann aber auch Markus 14+15, Matthäus 26+27 oder Johannes 18+19 lesen). Hier möchte ich ein paar Gedanken darüber weitergeben, was mir beim Studium der letzten Lebensstunden Jesu wichtig geworden ist.

"Dein Leben redet so laut, dass ich deine Worte nicht mehr hören kann!" Das sagte jemand zu dem einflussreichen Prediger, der zuhause seine Familie tyrannisierte und jede kritische Stimme in seiner Gemeinde mit fiesen Mitteln zum Verstummen brachte.

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Gedanken zu 1. Petrus 5, 5

03.04.2020

"Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er seine Gnade"
1. Petrus 5, 5

Ich glaube, als Weltgemeinschaft lernen wir gerade Demut. Ein kleines Virus hat unseren Glauben an das unbeschränkt Machbare zutiefst erschüttert. Wir spüren, wie verletzlich und zerbrechlich so vieles ist, was wir bisher als unerschütterlich und unantastbar gehalten haben. Wir dachten, wir hätten alles im Griff und es wird immer so weiter laufen. Immer höher, immer schneller, immer weiter. Immer effektiver, immer gesünder, immer leistungsfähiger.

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Gedanken zu Jesaja 30, 15

19.03.2020

"Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein." Jesaja 30, 15

Es fühlt sich an wie ein Vollbremsung mitten auf der Autobahn. Plötzlich steht alles still. Das Coronavirus hat unser Leben innerhalb weniger Wochen komplett verändert. Unser "Schneller-höher-weiter" ist abrupt beendet worden. Die Bänder stehen inzwischen still, die Parties sind abgesagt, die Schulen geschlossen, unser ganzes gesellschaftliches Leben kommt zum Stillstand. Ich sitze allein zuhause und bekomme verordnet, alle sozialen Kontakt zu meiden. Und plötzlich ist es still.

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