Abschied von Kurt Kumm

Kurt Kumm wurde am 23. Aug. 1929 in Grötzingen bei Karlsruhe geboren. Dort fand der junge evangelische Christ auch zur Methodistenkirche, wo er sich gerne engagierte und zudem die Liebe seines Lebens fand: Esther.

Ursprünglich zum Werkzeugmacher ausgebildet nahm sein Leben eine ganz neue Wende, als er  den Ruf ins Predigtamt hörte. Nach seinen Praktikumsjahren in Pirmasens studierte er von 1951-1955 Theologie am Predigerseminar in Frankfurt. Obwohl es von den Studierenden erwartet wurde,  während der Ausbildung ledig und ungebunden zu sein, wuchs die Liebe zu Esther durch einen regen Briefwechsel und einige wenige Heimataufenthalte. Sie gaben sich am 3. September 1955 fest entschlossen das Jawort vor Pastor Dr. C. Ernst Sommer.

Das erste Dienstjahr führte das junge Ehepaar nach Mainz. Dann Eutingen bei Pforzheim. Dort erblickte auch ihre Tochter Barbara das Licht der Welt. 1959 ging´s nach Duisburg-Hamm, wo Frieder auf die Welt kam. Von 1963 bis 1968 folgte Düsseldorf. Pastor Kurt Kumm war in diesen Jahren Gemeindepastor mit Leib und Seele. In seiner Seelsorge war er einfühlsam und weise bei den Menschen, seine Predigten hatten Tiefgang.

1968 traf ihn ein weiterer Ruf, den er ganz als Berufung Gottes annahm. Im Zuge der Vereinigung von Bischöflicher Methodistenkirche und Ev. Gemeinschaft sollte er das Bischofsbüro für den neugewählten Bischof C. Ernst Sommer aufbauen.

Er erfüllte diesen Dienst, als Leiter der Kirchenkanzlei, bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1992.

So wie Kurt Kumm seine theologischen und seelsorgerlichen Gaben den Gemeinden geschenkt hatte, so schenkte er nun seine Gabe der Verwaltung der Gesamtkirche. Bischof i.R. Walter Klaiber würdigte seinen Dienst bei der Beerdigung am 27. Oktober: »Struktur und Inhalt der Arbeit der Kirchenkanzlei war im Wesentlichen sein Werk«. Dabei hob Klaiber auch das Vertrauen hervor, das Kurt Kumm aufgrund seiner felsenfesten Loyalität auf allen Ebenen der Kirche genoss. Dies war besonders wichtig auch im Zuge des Zusammenfindens unserer Kirche nach der Wende im Jahr 1989.

Den Ruhestand verbrachte das Ehepaar Kumm zunächst in Karlsruhe, dann zogen sie nach Neuenhain. Als Gemeinde freuten wir uns sehr über ihre geschwisterliche Verbundenheit und über etliche Dienste, die Kurt Kumm bei uns tat.

Vor gut 10 Jahren wurde bei Kurt Kumm eine vaskuläre Demenz diagnostiziert. Dies war für alle Lieben, die ihn in diesem letzten Lebensabschnitt begleiteten, herausfordernd, aber auch bereichernd.

Er lebte immer mehr im Hier und Jetzt und machte sich keine Sorgen mehr um die Zukunft. Seine weiche und fröhliche Seite trat immer mehr in den Vordergrund. Sein verschmitztes Lächeln etwa, wenn er fest auf den Gute-Nacht-Kuss seiner Ehefrau beharrte.

Andererseits begann für Esther Kumm ein langer, schrittweiser Abschied von ihrem wissenden und stets Orientierung gebenden Ehemann.

Im Haus St. Elisabeth hatten  die Eheleute Kumm in den letzten Jahren ein gutes letztes irdisches Zuhause gefunden. Am Morgen des 21. Oktober wachte Kurt Kumm nicht mehr auf. Wir glauben ihn nun in seinem ewigen Zuhause.

In der Trauerfeier, die ich halten durfte, leiteten uns die Konfirmationssprüche des Ehepaares und ihr Trauspruch:

Geben ist seliger als Nehmen.
Apostelgeschichte 20,35              

Clemens Klingel

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