Ökumenische Verbundenheit im Gebet

21.03.2020

Am Sonntag läuten in allen Kirchen Frankfurts um 12 Uhr die Glocken als Aufruf zum Gebet in den Häusern. Die Bad Sodener evangelischen Kirchengemeinden  und katholischen Kirchengemeinden im pastoralen Raum schließen sich dem an.  Ich finde es wichtig, dass wir uns auch anschließen um 12 Uhr - auch wenn wir keine Glocke haben. Folgendes Gebet wird den Glaubenden vorgeschlagen:

Lebendiger Gott, wir rufen zu dir!
Gemeinsam mit vielen Menschen in unserer Stadt (unseren Gemeinden),
wollen wir innehalten und unsere Sorgen bedenken.
Wir bringen sie vor dich.

Unser gewohntes Zusammenleben hat sich verändert.
Wir müssen Abstand halten von unseren Mitmenschen,
auch von Menschen, die uns lieb und wert sind,
denn wir wollen andere keiner Gefahr aussetzen.

Gott, wir bitten dich um Zuversicht und Hoffnung in dieser verrückten Situation.
Lass uns besonnen handeln,
die Gefahr nicht auf die leichte Schulter nehmen,
aber auch nicht übertrieben reagieren,
und unseren Mitmenschen zugewandt bleiben.

Wir denken
an die Menschen,  die an diesem Virus erkrankt sind: Schenke ihnen Genesung!
Wir hören von der unerträglichen Situation in den überfüllten Krankenhäusern in anderen Ländern,
und bitten dich: Lass die Menschen dort nicht allein!

Wir denken
an Eltern mit ihren Kindern,
und bitten dich um Frieden in den Familien - gerade unter den besonderen Belastungen, denen sie derzeit ausgesetzt sind.

Wir denken
an Menschen, die einsam sind und auf die Zuwendung anderer angewiesen:
Schenke uns Phantasie, ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind.

Wir denken
an Ärztinnen und Ärzte, an Pflegerinnen und Pfleger,
an Mitarbeitende im Rettungswesen,
an alle, die im Gesundheitswesen und in den Pflegeeinrichtungen arbeiten:
Gib ihnen Kraft und lass sie nicht müde werden, den Kranken beizustehen und ihnen freundlich zu begegnen.

Wir denken
an die Politikerinnen und Politiker, an die Mitarbeitenden in den Gesundheitsämtern und in den wissenschaftlichen Instituten:
Schenke ihnen Weisheit und Augenmaß in ihren Entscheidungen, die unser Zusammenleben betreffen, aber auch entschlossenes Handeln, wenn es nötig ist.
 
Wir denken
auch an alle, die jetzt noch schlimmer leiden als wir,
in den Kriegsgebieten in Syrien, Obdachlose und Flüchtlinge, die auf der Straße leben müssen.
Schenke ihnen Trost und Menschen, die sich über sie erbarmen.
 
Vater unser im Himmel.
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

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