Nicht vergessen:
"Unsere" gemeinsame Gebetszeit: Sonntag 10.45 Uhr

27.03.2020

Ich lade uns als Gemeinde ein, dass wir am kommenden Sonntag in unseren Wohnungen an einem Gottesdienst in den Medien innerlich teilnehmen und uns anschließend um 10.45 Uhr zum Gebet verbinden. 

Wer ein Gesangbuch zuhause hat, findet dort z. B. unter den Nummern 730 bis 768 vorformulierte Gebete, ab 756 sind dies Fürbitten.

 

Von einer ganz interessanten Gebetsform erzählt Esther Schaller im Folgenden...

Ihr Lieben Alle!

Ich kann Euch nicht sehen, aber in meinem virtuellen Inneren gehe ich beim Gebet durch alle Stuhlreihen und habe (fast) jede und jeden vor Augen. Da macht es sich doch positiv bemerkbar, dass wir meistens am selben Platz sitzen. Das vereinfacht nun das Aneinander-Denken. Ich fange an der Orgel an und mein innerer Blick wandert von Stuhl zu Stuhl durch den Raum, während wir gerade miteinander Beten. Es ist 10.45 Uhr am 22.3.

Ich schicke jeder und jedem gute Gedanken und fühle mich mit euch verbunden. Gott segnet uns, dess sind wir gewiss!

In herzlicher Verbundenheit, Esther Schaller

 

Eine weitere Erfahrung von Susanne Schuler als Gebetsanliegen:

Die Situation bei uns im Krankenhaus hat sich in den letzten Tagen und Wochen sehr verändert, so wie es auch vielfach in den Medien berichtet wird.

Jeder Tag hat neue Einschränkungen, Vorbereitungen und strengere Maßnahmen mit sich gebracht. Stationen wurden zusammengelegt, die Intensivstation erweitert, Wege innerhalb des Hauses abgesperrt, Personenkontrollen und Schleusen eingerichtet. Das bisher gewohnte Arbeitsumfeld gleicht inzwischen einem "Hochsicherheits-Trakt" und fühlt sich irgendwie fremd an. Besucher dürfen nicht mehr ins Haus (bis auf wenige Ausnahmen für sehr schwer Erkrankte oder Sterbende), was für viele Patient*innen eine schwer zu ertragende Isolation bedeutet.

Ich arbeite als Psychoonkologin in der Inneren Medizin und wir haben nun noch mehr Menschen mit Krebserkrankungen, die psychologische Unterstützung brauchen, als bisher. Viele der onkologischen Patient*innen sind zudem durch (Chemo-)Therapien immungeschwächt und haben große Angst, sich mit Corona anzustecken.

Gemeinsam mit dem Zentrum für Ethik am Markus-Krankenhaus haben wir einen psychologischen Krisenstab für die Betreuung von überlasteten Mitarbeiter*innen und Angehörige von Corona-Patient*innen eingerichtet.

Wir hoffen, dass unser Team lange gesund bleibt, um diese wichtige Unterstützung im gestressten System leisten zu können. Als Teil der Leitung ist es auch unsere Aufgabe, bei unseren Mitarbeiter*innen "an der Front die Moral hochzuhalten" und ihre Ängste (auch um deren Familien, die von ihnen angesteckt werden könnten...) ernst zu nehmen. Aber ich erlebe - Gott sei Dank - auch viele motivierte Mitarbeiter*innen, die ihren Aufgaben unter diesen Bedingungen recht gelassen und zuversichtlich nachkommen!

Und schließlich muss auch ich jeden Tag einen Umgang mit meiner eigenen Sorge vor Ansteckung, der Angst um die Versorgung meiner betagten Eltern und einer weiteren Zuspitzung der Krise finden...

In alldem finde ich aktuell jeden Tag großen Zuspruch in den Tageslosungen.

In der Losung vom 21.3. las ich ein Wort aus 3. Mose 26:

"Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke."

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