Unter den Einwanderern in Amerika

Die ersten Einwanderer in Amerika fanden noch keine festen Verwaltungsstrukturen vor. Es war, um es salopp zu sagen, bis auf Indianer und Büffel ein leeres Land, ohne Königreiche, Fürstentümer, Bistümer. Losgelöst von den Staatskirchen im alten Europa entfalteten sich die kirchlichen Strukturen auf freiwilliger Basis. Sowohl protestantische Kirchen wie auch die katholische und methodistische Kirche (gegr.1784 ) entstanden als Freikirchen unabhängig vom Staat und finanziell selbstverantwortlich. Und so ist es heute noch.

Der Augsburger Religionsfriede von 1555 „cuius regio – eius religio“ (wess der Fürst - dess der Glaub) war in Amerika gegenstandslos. Jeder musste (konnte) bezüglich seiner religiösen Orientierung selbst entscheiden. Bei den Methodisten kann man nur durch Antrag im erwachsenen Alter Mitglied werden.

Eine große Auswanderung setzte im 19. Jahrhundert ein. Es waren mehr als 5 Millionen Deutsche, die nach Amerika aufbrachen. Dort kamen sie mit dem Methodismus in  Kontakt, ja es gab später einige deutschsprachige Gemeinden. Deutsche Landsleute, die zum persönlichen lebendigen Glauben an Jesus Christus gefunden hatten, kehrten als methodistische Missionare in ihre Heimat zurück, nachdem 1848 durch die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche die Religionsfreiheit verkündigt worden war.

So auch der Prediger Engelhardt Riemenschneider, 1815 im hessischen Eubach bei Spangenberg geboren. Im Alter von 20 Jahren wanderte er nach Amerika aus, erlebte bei den Methodisten seine „Bekehrung“ und begab sich 1850 auf die Rückreise, um hier zu evangelisieren (wess das Herz voll ist, dess geht der Mund über).

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