Glaubenszeugen der Geschichte - Vortrag am 18.05.2016

Es gibt mehrere Gründe warum es sich lohnt in den Nachmittagskreis zu gehen:

1.       Es ist eine liebenswerte Gemeinschaft
2.       Es gibt leckeren Kaffee und Kuchen
und Bestens: Es gibt dort immer wieder sehr informative Vorträge und Anregungen!

So  konnten wir am 18. Mai 2016 Gerd Kunstmann lauschen, der sehr anschaulich mit Wort und Bild uns einen Einblick gab in das vorbildliche Glaubensleben von Jan Hus, Graf von Zinzendorf und John Wesley.

Die Teilnehmer des Nachmittagskreises am 18.5.2016Gerd Kunstmann selbst war zu diesen drei Glaubensbrüdern angeregt worden durch einen Besuch in  Trebon/Tschechien, wo er über der methodistischen Kapelle eine eingemeißelte Schrift entdeckte: HUSOVA KAPLE. Die evang. protestantischen Kirchen in Tschechien führen ihre Gründungen auf den Reformator Jan Hus zurück (1370-1415).

Er hat sich öffentlich dazu geäußert, dass die Kirche im damaligen Heiligen Römischen Reich keineswegs heilig war. Sie hatte längst den Kontakt zum Volk verloren. So forderte Jan Hus das Recht ein, frei zu predigen und das in der Landessprache und nicht in Latein. Nicht der Papst sei das Haupt der Kirche, sondern Gott, nicht der Papst vergebe Sünden, sondern Gott, und die Christenheit solle ohne die Herrschaft der Herren frei leben dürfen.

In der Hoffnung, dass man ihm dem Prediger, durch den viele zum Glauben gefunden hatten, auf dem Konzil in Konstanz 1415 Gehör schenken würde, reiste er dorthin. Aber man nahm ihn gefangen und er erlitt den gewaltsamen Tod auf dem Scheiterhaufen.

Doch nach seinem Tod blühte die Hussitische Bewegung auf, erlitt viele Anfeindungen, mündete aber doch in die Gründung der „Böhmischen Brüder Kirche“. Schon 1544 gaben sie ihr erstes Gesangbuch heraus. Jedoch mussten sie gegen Ende des 17. Jahrhunderts als Glaubensflüchtlinge nach Sachsen auswandern, wo sie auf dem Gut des Grafen von Zinzendorf (1700-1760) Aufnahme fanden. Sie gaben dem Ort den Namen Herrnhut, die Ob-hut des Herrn, der sie durch alle Verfolgung hindurch behütet hat.

Auch hier erfolgte nun durch Gerd Kunstmann eine interessante Beschreibung der Glaubensstärke Zinzendorfs und seiner Wirkweise durch soziales Engagement.

Bis heute lesen wir täglich die Herrnhuter Losungen, die durch ihn 1731 für die Zugereisten eingeführt wurden.

Nun war es naheliegend, auch noch die Besonderheiten John Wesleys (1703-1791) zu erwähnen, der ja 1735 auf seiner Missionsreise per Schiff nach Amerika durch die Herrnhuter Brüder eine tiefe Glaubenserfahrung machte.

Fazit des Vortrags, über diese drei unerschrockenen, glaubensstarken Männer für uns heute ist das,  was sie forderten und vorlebten:

  • Der persönliche Glaube an Jesus Christus wird verkündet
  • Die Kirche sucht die Menschen dort, wo sie sind und wartet nicht, bis sie in die Kirche kommen
  • Klare verständliche Predigt
  • Pflege der Gemeinschaft auch in kleinen Gruppen
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Soziales Engagement für Flüchtlinge, Alte und Kranke
  • Gemeinschaftlicher Gesang

Letzteres wurde gleich umgesetzt. Viele gemeinsam gesungenen Gesangbuchlieder ergänzten den Vortrag. Ein herzliches Dankeschön an Gerd Kunstmann für diesen Einblick in gelebte Glaubensstärke.

Esther Baum-Schaller

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