Fahrt nach Taizé  03. - 07. Juni 2015

Die Fahrtgruppe vor Abfahrt auf dem Parkplatz der EmK Neuenhain

Schon lange hatte ich den Wunsch, nach Taize zu fahren, um das Zentrum des gemeinsamen Singens und Gebetes kennen zu lernen. Am 3. Juni 2015 war es dann möglich. Ein kleiner Bus mit sieben Erwachsenen aus der Oekumene startete von der EmK Neuenhain nach Taize in Burgund. Wir waren gespannt und erwartungsvoll!

Barbara und Angelika (EmK Frankfurt) auf dem Mäuerchen bei der TeeausgabeNach einer schönen Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft trafen wir gegen 17:00 Uhr in Taize ein. Auf Einweisung in den Tagesablauf und Schlüssel-Holen für unsere Unterkunft, gab es Abendessen im Freien auf der Wiese. Um 20:30 Uhr versammelten wir uns alle zum Abendgebet in der großen Kirche. Auf dem Mittelstreifen nehmen die Brüder dort in weißen Kutten nebeneinander zu zweit oder viert sitzend, auf Stühlen oder Gebetshockern, Platz. Die Gemeinde sitzt beidseits ihnen gegenüber bzw. im rückwärtigen Kirchenschiff. Zwischen den Liedern, die in französisch, englisch, deutsch, spanisch, lateinisch, auch russisch gesungen werden und immer mehrere Male, wird ein biblischer Text – ebenfalls in mehreren Sprachen – vorgetragen. In dieser Woche war er aus dem Brief an die Thessalonicher. Alle Brüder wenden sich dem Vortragenden im Längsschiff wie auf Kommando zu. Ist er fertig, drehen sie sich alle wieder Richtung Altar. Das wirkt wie ein einstudiertes Schauspiel! Begleitet werden die Lieder mit Orgel oder Keyboard. Nach einer Stille-Phase schließen sich gesungene Fürbitten an. Die Gemeinde antwortet jeweils singend mit „Herr erbarme ...“ Mit dem gesungenen „Vater Unser“ und dem Segen klingt das Abendgebet allmählich aus.

Die Fahrtgruppe im Eiscafé in der Fußgängerzone von ClunyWas gibt es noch zu berichten? Das gemeinsame Gebet – morgens, mittags und abends – bildet den Mittelpunkt des Tages. Dazwischen liegen die einfachen Mahlzeiten, einer Bibelarbeit vormittags, Gruppengesprächen, Gemeinschaftsarbeiten, Stille Zeiten. Ins Morgengebet eingebettet ist auch die Eucharistie mit Eintauchen der Hostie in Weißwein.

Zwei Besonderheiten: Am Freitagabend war Anbetung vor dem Kreuz. Belastendes, Dank, Freude konnte dort in der Stille ausgesprochen und abgelegt werden. Am letzten Abend wurde das Osterlicht weiter gereicht. Mich beeindruckte besonders, wie der dunkle Kirchenraum nach und nach von vielen brennenden Kerzen erhellt wurde.

Angelika Schreiber (EmK-Frankfurt)

 

Weitere Stimmen und Eindrücke:

Ich bin froh und glücklich, in Taizé dabei gewesen zu sein. Glücklich in Taizé heißt für mich: Das Gebet mit den Brüdern und der ganzen Taizé-Gemeinde aus aller Welt bis tief in die Nacht. Die Gemeinschaft mit Menschen verschiedenster Konfessionen in Gesprächen über den „Glauben und die Welt“. Es war gelebte Ökumene, wie ich mir sie mir vorstelle.

Michael Schadt

 

Taize ist ein wunderbarer Ort um aufzutanken. Die Stille während der Gottesdienste und das Singen berührte mein Herz tief. Auch die Bibelarbeiten mit Bruder Pedro waren ein besonderes Highlight für mich !

Angelika Reins

 

Pastor Clemens Klingel und Hermann Baum beim Fünf-Uhr-Tee; sie sitzen auf einem kleinen Mäuerchen vor einem StachetenzaunAbgrenzung der Menschen voneinander als Folge von unterschiedlichen Konfessionen, Hautfarben oder Kulturen wird hier völlig nebensächlich. Die vielen tausend Menschen dort strahlen nach dem Vorbild der Bruderschaft friedliches Miteinander, Akzeptanz und Zuneigung aus, und es ist für mich jedes Mal ein besonderes Erlebnis, dies wie eine riesige positive Schwingung fast hautnah zu spüren.

Hermann Baum

 

Alles klingt im Alltag noch nach, die Lieder sowieso, die spirituelle Atmosphäre, des Ortes, der göttliche Geist ist an diesem Ort gegenwärtig und spürbar. Die Tage waren erfüllt von guter Gemeinschaft in der Gruppe. Guter Gemeinschaft mit den Brüdern im Gebet. Guter Gemeinschaft mit allen Menschen vor Ort. Rundum ein gutes, spirituelles Gemeinschaftserlebnis.

Elmar Diez

 

Mir sind die Bibelarbeiten und die anschließenden Gespräche in unserer Gruppe sehr wichtig gewesen. Ich habe die fröhliche und vertrauliche Atmosphäre sehr genossen.

Clemens Klingel

 

Ankunft – Vertrautheit – ist erst ein Jahr vergangen? Ein 2-Bett-Zimmer in einem alten Traumhaus im Burgund. Blauregen säumt die Terasse mit Blick auf die Felder. Die andere Seite gewährte uns Einblick in das Private – von 20 jungen Brüdern der Communauté. Die nächsten Tage formten uns als Gruppe – schöne Diskussionen – Fragen wollten beantwortet werden. Dann die eigene Glaubensfrage: Woher, wieso, warum? Stark genug auch für einen IS-Angriff? „Leben“ oder „Glauben“ ablegen? Später in der Kirche – geöffnete Türen für Frischluft – Armeehosen wurden sichtbar, Hände, die ein Gewehr hielten – alles 3-fach. Bewachung! (Anm. d. Red.: Taizé wird vor Terroranschlägen bewacht.) Willkommen in der Wirklichkeit des Lebens. Auch oder gerade  in Taizé!

Barbara Petzoldt

« Zurück